Chronik - Gründung
Gründung

Der Gründer: Hochw. Herr Kooperator Anton Podloger:

Geboren am 17. Juli 1870 in Wilten, in Innsbruck, am 28. Juli 1897 zum Priester geweiht und hat am 21. August desselben Jahres in Außervillgraten seine Aufgabe als Kooperator aufgenommen. Er brachte den Unternehmungsgeist auf und gründete mit einigen Jungmännern die Musikkapelle Außervillgraten. Podloger sammelte Spenden für die neuen Musikinstrumente, bildete selbst die Musikanten aus und komponierte eine Reihe klangvoller und praktischer Märsche. "Ein Kooperator ist allzeit versetzlich", heißt es im Liede und Anton Podloger verläßt Außervillgraten im Jahre 1901. Er war ein musisch begabter, musikalisch sehr vielseitiger Mensch. So beeinflußte er die Leistung des Kirchenchores Zams durch seine Anregungen, aber auch durch seine berechtigte Kritik entscheidend. Seine besondere Liebe aber galt der Blasmusik. So bereitete er einen Junglehrer in Harmonielehre, im Harmoniumspiel und in der Kunst des Dirigierens für das Amt des Kapellmeisters vor. Dieser Junglehrer - Hubert Reheis, war dann ab 1938 durch 45 Jahre als Kapellmeister der Musikkapelle Zams tätig. Kooperator Podloger verfolgte den Werdegang der Kapelle stets mit großem Interesse bis zu seinem Tod am 23. Dezember im Jahre 1952.

 

Historischer Abriß der Musikkapelle Außervillgraten

Pfarrer Andreas Bachmann schreibt in seiner 1834 verfaßten, umfangreichen Topographie von Außervillgraten über seinen Amtsvorgänger - Johann Riedler , einem gebürtigen Sillianer, der von 1813-1824 in Außervillgraten wirkte: "Auch die Kirchen- und Instrumentalmusik begann zu seiner Zeit." Das Zeugnis dieses zeitgenössischen Zeugen wird bestätigt durch die Kirchenrechnung vom Jahre 1819/20, worin es u.a. heißt: "Als ein Beitrag zur Beschaffung musikalischer Instrumente wird aus Kirchenvermögen 10 Gulden Reichswährung bewilligt." Damals war es allgemein üblich, daß ein Teil der Instrumente aus Kirchenmitteln angeschafft und repariert wurde und also Eigentum der Ortskirche war; so ist auch 1834 festgehalten: "Einige (darunter) zwei neue Trompeten und das Fagott gehören der Kirche." Folgende Belege dokumentieren den weiteren, ununterbrochenen Bestand einer sogenannten Harmoniemusik für die folgenden Jahrzehnte bis zum Jahre 1878: 1841 sind laut Pfarrer Franz Ganzer Schulbericht "zwei junge Leute einige Zeit im Hornblasen etwas abgerichtet worden" Im Jahre 1877 wurde nach einer Erhöhung des Kirchturms auf 40 Meter und der vergrößerten Glockenstube ein neues, großes 6-stimmiges Geläute der Gießerei Graßmayr in Innsbruck bestellt. Die Musikanten taten auch das "Ihrige", heißt es im Chronikbericht über das Glockenfest vom 19. November 1877. Ein Jahr später, anläßlich der Einstandsfeier des neuen Pfarrers Georg Rabensteiner, am 21. November 1878 war es soweit, daß "zum letzten Mal die schwach bestellte Musikbande ausrückte", wie der Chronist schreibt. In Außervillgraten setzte diese Entwicklung relativ früh ein, dies war ein Verdienst des fortschrittlichen, der neuen Kunstströmung aufgeschlossenen Lehrers, Organisten und Chorleiters Anton Obbrugger. Aber auch der ebenso aufgeschlossene neue Pfarrer Georg Rabensteiner war kein Freund des altherkömmlichen chorischen Kirchengesanges und der bisherigen Instrumentalmusik auf der Empore. Als überzeugter Cäcilianer berichtet Rabensteiner in der Pfarrchronik in Zusammenhang mit der 1862 von Franz Weber aus Oberperfuß aufgestellte Orgel etwas abschätzig: "Daß bisher nur der gewöhnliche Bauerngesang bei Ämtern zu hören war mit Ausnahme der höchsten Festtage, wo die ganze Harmoniemusik auf dem Chor Lärm machte". "Das Gebläse der Harmoniemusik hatte (damit) auf dem Chor ein Ende". Über "Kirchenmusik" ist 1874 vermerkt: "Wir wünschen diesen 6 vorgetragenen Stücken recht bald den Weg alles Vergänglichen zu wandeln." Anmerkung: heiße Gier des Volkes nach drolliger, saft und inhaltsloser Musik nach und nach vergehen." Im Chronikbericht über die Einweihung des neuen, jetzt alten Schulhauses am 28. Oktober 1896 zu dieser Feierlichkeit hatte ein ungenannter Außervillgrater auf eigene Faust die damals existente Tessenberger Musikkapelle hereinbestellt- merkt Rabensteiner an: "Sie wurde von einem Unberufenen eingeladen, der dadurch bei den Außervillgratern den Wunsch bestärken wollte, auch hier eine Harmoniemusik wieder einzuführen, wie sie vor Zeiten in schlichter Weise bestanden hat, da in Innervillgraten eine solche existiert und an Festtagen in der Kirche so männiglich blast." Inzwischen war auch der glückliche Umstand eingetreten, daß 1897 Anton Podloger als Kooperator nach Außervillgraten versetzt wurde, und im Februar 1898 Johann Trojer von Fronstadl in Strassen als Bauer zu Durach eingeheiratet hatte. Diese beiden machten sich im Herbst 1898 an die Neugründung heran und zu Fronleichnam 1899 trat die neue, junge Musikkapelle unter der Stabführung von Kooperator Podloger erstmals öffentlich auf.